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Keks der Woche: Will MyCouchbox.de Blogger nicht fair vergüten?

Wenn Blogger/innen über Produkte berichten oder gar von Firmen angeschrieben werden, möchten diese Firmen natürlich mit ihrer Platzierung auf dem jeweiligen Blog etwas erreichen. So etwas nennt man „Werbung“. Und leider lassen sich nicht alle Blogger dafür vergüten, sondern schreiben lediglich für das Produkt. Das ist zum einen für den Blogger vielleicht sehr toll, für die Branche allerdings eine Last, denn so denken Firmen sie könnten Blogger mit jedem Mist abspeisen. Und das dachte sich wohl auch die Damen und Herren von MyCouchbox.de (Link natürlich nofollow), welche ein für Blogger sehr dreistes Angebot ausgeschrieben haben. Das kam bei den Bloggern allerdings nicht gut an. 

Denn in einer Gruppe für die Suche von Bloggern postet man folgendes Angebot:

mycouchbox

Eigentlich ein normales Angebot und für Hobbyblogger sicher interessant. Doch die geforderten Follower-Zahlen lassen einen nur staunen in was für einer Märchenwelt MyCouchbox.de scheinbar lebt. So verlangte man auf Instagram mindestens 25.000 Follower, auf Facebook 10.000 und auf YouTube mindestens 1000 Abonnenten. Auf die Nachfrage ob das vergütet wird, teile man mit, dass der Test nicht vergütet würde. Man darf aber alles aufessen (wie gnädig). Auf weitere Nachfrage auch von anderen Bloggern teile man dann mit, dass man gerne vergüten würde, aber nicht könnte, da der neue TV-Spot schon genug Geld gekostet hat.

Ein TV-Sport oder gar die Platzierung ist also etwas, was sich das Unternehmen gerne kosten lässt. Blogger fair vergüten – das ist scheinbar nicht so wichtig. Irgendwer wird ja darüber bloggen und sich damit abspeisen lassen. So kommen wenigstens die alten Boxen noch unter die Leute und die Firmen, die für eine Platzierung in der Box bezahlen, auch noch ihre Werbung.

Zu viel Kekse gegessen?

Die Frage ist also, ob MyCouchbox.de denkt Blogger sein so dumm und würden sich mit der Reichweite mit einer August-Box abspeisen lassen!? Ja, ihr lest richtig. Es hätte eine August-Box gegeben. Also keine Oktober oder November-Box, sondern eine alte August-Box. So lässt sich vermuten, dass man sich gefragt hat: „Hmmm, was machen wir mit den alten Boxen aus August, die wir nicht verkauft haben?“. „Wie wäre es sie Bloggern gegen einen Test zu geben?“. „Gute Idee, günstiger kommen wir nicht an Werbung“.

Denn, was viele nicht wissen, kauft nicht MyCouchbox.de die Süssigkeiten ein, sondern bekommt sie von den Firmen gestellt. Das heisst, wenn eine Firma wie Bahlsen ihre neuen Kekse in der Box hat, ist das nicht so, weil MyCouchbox.de die eingekauft hätte, sondern weil Bahlsen das so möchte. Die Firmen kaufen sich in die Box ein, um so ihre Produkte zu streuen und Aufmerksamkeit zu bekommen. Auch neue Produkte werden so gerne einem ausgewählten Publikum präsentiert und getestet.  Das heisst bei einem Blogbeitrag ist es nicht nur die Werbung für MyCouchbox.de, sondern auch für die Firmen, die ihre Produkte in die Box packen. Wenn also ein Youtuber mit vielen Abonnenten in die Kamera schmatzt und sagt, es sei lecker, profitiert davon nicht nur MyCouchbox.de, sondern auch der Hersteller. Und diese Werbung soll nix wert sein?

Blogger sind wertvoll(er)

Ich glaube viele Firmen wissen nicht, wieviel Arbeit in Blogbeiträgen und Videos stecken – bei jedem Blogger. Bei dem anderen mehr, bei dem anderen weniger. Und diese Arbeit soll keine 5 Euro wert sein, geht man davon aus, dass MyCouchbox.de nur den Versand und das Verpacken für die Blogger-Boxen bezahlen muss. Ich kann verstehen, wenn  manche Blogger sich wirklich mit so einer Box zufrieden geben. Diese Blogs haben aber dann meist keine Reichweite oder bringen den Unternehmen nichts.

Blogger mit Reichweite, besonders der geforderten, kennen ihren Wert (hoffentlich) und lassen sich gewiss nicht mit einer solchen Box abspeisen. Denn wir haben auch Kosten und ich glaube kaum, dass sich Firmen wie All-Inkl mit Keksen bezahlen lassen. Mir sind Kekse als anerkanntes Zahlungsmittel auf jeden Fall nicht bekannt. Vielleicht ist es ja in der Märchenwelt von MyCouchbox.de ein Zahlungsmittel, womit man untereinander sich bezahlt.

Auf jeden Fall ist dies mein Keks der Woche und der schmeckt mir, und vielen anderen Bloggern, so gar nicht.

 

 

-7 Kommentare-

  • 24. Oktober 2016 at 10:52

    Danke für den Artikel! Super geschrieben, klare Meinung und ja, du hast Recht: das ist echt eine Frechheit! Manchmal kann man nur noch wortlos staunen…

  • 24. Oktober 2016 at 12:14

    Netter Versuch! 😉
    Danke für den Artikel

    LG Sabienes

  • 24. Oktober 2016 at 14:37

    Herrlich, frau kann sich ja leider in etwa einmal täglich nur wundern, über ganz viele Anfragen! Ich hatte letzte Woche ein Unternehmen, das konkret Artikel, Newsletter sowie Facebook-Einbindung anfragte. Als ich mir dann die Mühe machte (nachdem ich zuvor extra nachgefragt hatte, ob denn überhaupt Budget zur Verfügung stünde), ein Angebot zu erstellen, kam als Antwort beinhart: „Wir suchen nach Menschen, die hinter dem Projekt stehen und unsere Idee verbreiten wollen. Geld für Werbung zahlen wir nicht.“ Ich sagte ihnen höflich aber bestimmt meine Meinung zu dieser respektlosen Grundhaltung – am Ende der Konversation wurden mir dann Unternehmensanteile angeboten. Also, als Blogger erlebt man teilweise wirklich Dinge, bei denen man sich nur noch an den Kopf greifen kann. Danke für deinen Artikel!

  • 24. Oktober 2016 at 15:39

    Der Kracher.. Ich hab leider auch die ein oder andere unangenehme Erfahrung mit Firmen machen müssen… Ohne Worte.,.

  • 24. Oktober 2016 at 19:12

    Sehr ehrliche Worte. Finde es gut, dass du dich nicht scheust deine Meinung zu vertreten.
    Ganz ehrlich, das was du ansprichst muss auch einfach mal gesagt werden!

  • 30. Mai 2017 at 11:28

    Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es schon witzig. Für eine alte Keksebox mal eben den Arsch aufreissen. Und nachher wird wieder gemeckert, dass Blogger so schwierig sind. Nee, wir sind nicht schwierig, wir wollen bloß ordentlich behandelt werden.

    Vg, Nina

  • […] meinem Artikel über MyCouchbox.de bekam ich viel Feedback. Und selbst heute erinnern sich noch einige an den Artikel. So sehr, dass […]

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